eigentlich wollte ich euch schon früher etwas über Japan berichten, aber mein Zeitplan hat es nicht zugelassen...also jetzt, ein paar Details zu der Plattentektonik im Bereich um Japan, der Atomenergie in Japan und auf der ganzen Welt sowie der Radioaktivenstrahlung.
Japan liegt auf der Grenze der pazifischen und der chinesischen Platte, die sich wie alle Kontinental- und Ozeanplatten bewegen. Da alle ozeanischen Platten leichter sind als die kontinentalen Platten, schieben sie sich im Falle einer Konvergenz (= Zusammenprall) unter die Kontinentalplatten. Dies passiert unter Japan. Hier schiebt sich die pazifische Platte unter die chinesische Kontinentalplatte. Die Ozeanplatte wird in der Subduktionszone (= Abtauchzone) abgeschmolzen, wodurch Magma aufsteigt. Dieses Magma frisst sich einen Weg an die Erdoberfläche, was zu Vulkanen führt. Weitere Folgen einer durch eine Konvergenz bedingten Subduktion einer Ozeanplatte sind Erdbeben, die während der Kollision der Platten entstehen, Faltengebirge sowie Tiefseegräben.
Durch Erdbeben, deren Epizentrum im Meer liegt, können Tsunamis entstehen. Diese verursachen meist größere Schäden in den betroffenen Regionen, da viele der Erdbeben gefährdeten Länder gelernt haben sich vor Erdbeben zu schützen. Sich allerdings vor Tsunamis zu schützen ist wesentlich schwerer, da selbst Wellen mit einer geringen Höhe von 3 Metern schon verheerend sein können.
Als am 11.03.11 etwa 130 km vor der Küste von Sandei ein Erdbeben entstand, war nicht klar das danach ein Tsunami folgen werde, der so viel Land verwüstet. Der Tsunami und das Erdbeben führten zu Problemen in den verschiedenen Atomkraftwerken. Zuerst wurde berichtet, dass in dem Atomkraftwerk Fukushima das Kühlsystem ausgefallen sei und dann dass es doch intakt sei, während in einem Anderen aber ein Feuer ausgebrochen ist. Während sich die Berichte über immer mehr Tote und sehr starke Nachbeben häuften, war unklar, was mit den betroffenen Atomkraftwerken ist. Anfangs bestanden nicht nur in Fukushima Probleme sondern auch in anderen Atomkraftwerken. Mit der Zeit wurde jedoch sichtbar, dass das Atomkraftwerk Fukushima wohl die größten Schäden genommen habe. In mehreren Reaktoren lagen die Brennstäbe fast frei und es drohte durchgehend eine Kernschmelze. Mittlerweile werden immer höhere Werte der Radioaktivität gemessen. Sie soll sowohl im Meerwasser, sowie in der Luft und im Trinkwasser erhöht sein.
Die Folgen dieser atomaren Katastrophe sind unberechenbar. Es gibt bereits etliche Tote und es werden wohl noch viel mehr Menschen sterben. Außerdem besteht immer noch die Gefahr einer großen radioaktiven Verstrahlung, die die gesamte Menschheit betrifft und nicht nur die Menschen in den Unglücksregionen.
Da einige der radioaktiven Stoffe sich mehrere Jahrtausende in der Erdatmosphäre halten können und schon sehr geringe Mengen der Strahlung gefährlich sind, ist mit einer atomaren Katastrophe nicht zu spaßen und die Probleme in Japan sind ernst zunehmen.
Ab gewissen Mengen radioaktiver Strahlung zerstört diese die Zellen im menschlichen Körper. Eine geringe Menge an Strahlung ist normal, denn wir Menschen sind ihr durch die Erde sowie das Weltall ausgesetzt. Sie liegt bei 0,0022 Sievert pro Jahr.
Bereits bei 0,5 Sv besteht ein erhöhtes Krebsrisiko und das Risiko einer Veränderung des Erbguts.
Ab 1-2 Sv kommt es zu einer leichten Strahlenkrankheit (Übelkeit, Durchfall, Erbrechen) die bei 10% der Betroffenen mit dem Tod nach 4-6 Wochen endet.
Ein 50% iges Todesrisiko besteht ab 4 Sv und ein 90% iges Todesrisiko sowie Unfruchtbarkeit und schwere Blutungen bestehen bei 6 Sv.
Ein sofortiger Tod ist die Folge von einer Verstrahlung über 80 Sv, doch bereits ab 10 Sv ist der Tod an Verstrahlung klar.
Auch vor Japan gab es schon Atomenergie und atomare Katastrophen, nur sind diese nicht so an die Öffentlichkeit gedrungen. Zum Beispiel Tschernobyl, hier kam es durch Bedienungsfehler und Planungsfehler im April 1986 zu Explosionen, die zu einem Supergau führten. Damals wurden nahe der ukrainischen Stadt Prypjat große Mengen radioaktiven Materials in die Luft geschleudert. Um das Kraftwerk wurde ein großer Sarkophag aus Beton gebaut, dieser ist heute rissig und droht aufzuplatzen. So sieht man das damals nicht die richtige Lösung gefunden wurde.
Doch was ist die richtige Lösung? Bis jetzt gibt es keine Möglichkeit die Brennstäbe zu entsorgen und auch keine Aussichten auf eine Lösung. Man bringt die Brennstäbe in verschiedene Lager, hat aber keine Möglichkeit sie endgültig zu entsorgen.
Doch es gibt eine Möglichkeit diese Stoffe so zu nutzen, dass sie sich gegenseitig die radioaktive Strahlung nehmen. Sie nennt sich Kernfusion. Hier werden die Stoffe nicht gespalten sondern verbunden. Dafür ist allerdings eine sehr hohe Temperatur nötig, was diese Maßnahme sehr verteuert. Kernfusion wird kaum betrieben, ob sie in den nächsten Jahren vermehrt betrieben wird steht nicht fest.
Die Katastrophe in Japan zeigt uns, dass nicht alle Technologien der Menschheit sicher sind und alle Dinge, die wir auf der Erde tun und durch die wir die Erde beeinflussen, ihre Folgen haben.
So, was denkt ihr über Japan?
Schreibt uns.
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